Presse-Stellungnahme der Wählergruppe Gemeinsam für Gemeinwohl (GfG) – Stadtentwicklung Ost / Äußere Moosburger Straße
Die GfG warnt eindringlich vor einem gefährlichen Dominoeffekt in der Stadtentwicklung: Die Erweiterung der Hipp-Siedlung und das geplante „Sondergebiet großflächiger Lebensmitteleinzelhandel an der Äußeren Moosburger Straße“ sind nicht isolierte Projekte. Sie ziehen zwangsläufig den nächsten Schritt nach sich: zusätzliche Bebauung genau gegenüber von Pfaffelleiten. Pfaffelleiten II grüßt schon aus der Zukunft – und wird sich, wenn wir jetzt nicht gegensteuern, nahtlos mit der Hipp-Siedlung verbinden.
Im Slang der Verwaltung heißt das dann wieder: „fügt sich harmonisch in die Landschaft ein“. In der Realität bedeutet es: weiterer Flächenverbrauch, die schleichende Aufgabe der Holledauer Kulturlandschaft – und am Ende ein Stadtbild, das nicht aus Überzeugung wächst, sondern weil man die nächste Entscheidung als „logische Konsequenz“ der vorherigen verkauft.
Ebenso unrealistisch ist das Beruhigungsmärchen, es entstünde kein zusätzlicher Verkehr in der Moosburger Straße. Wenn unzählige Wohnungen, Gewerbe und ein großflächiger Einzelhandelsstandort dazukommen, steigen Verkehr, Lärm und Emissionen – Punkt. Wer anderes behauptet, erzählt Geschichten. Bei all den Märchenerzählungen schaut nur Pinocchio amüsiert zu.
Besonders kritisch sehen wir die Debatte um eine mögliche Umgehungsstraße. Wir sagen klar: Eine Umgehungsstraße ist in diesem Kontext ein Trojanisches Pferd. Sie schafft nicht „nur“ Entlastung, sondern vor allem neue Begehrlichkeiten und neue Baurechte – und öffnet politisch den Weg zu genau dem, was viele Bürgerinnen und Bürger bereits abgelehnt haben: einem weiteren Industrie- und Gewerbegebiet auf der grünen Wiese. Wer heute die Trasse schönredet, darf sich morgen nicht wundern, wenn der nächste Flächenfraß als „alternativlos“ präsentiert wird.
Und noch etwas gehört zur Ehrlichkeit: Es wird öffentlich behauptet, ein Oberbürgermeister-Status werde nicht angestrebt. Doch wer die Stadt über Jahre auf Wachstum der Einwohnerzahl, immer neue Großprojekte und Ausweisungspolitik trimmt, steuert zwangsläufig auf genau diesen Status zu – samt der dazugehörigen Verwaltungslogik: mehr Wachstum, mehr Apparate, mehr Flächenverbrauch. Das ist kein Naturgesetz, aber es ist die absehbare Folge dieser Stadtentwicklung.
Unsere Position ist deshalb eindeutig: Pfaffenhofen braucht kein Wachstum um jeden Preis, sondern Wachstum an Lebensqualität. Heimat, Gemeinwohl und die Werte einer lebenswerten Stadt dürfen nicht dem nächsten Flächenpoker geopfert werden. Und nein: Ein größeres Regenrückhaltebecken ersetzt keine verantwortungsvolle Stadtentwicklung.
Die GfG fordert: Innenentwicklung vor Außenentwicklung, echte Nahversorgung im Quartier, konsequenter Schutz von Landschaft und Kulturland – und endlich Ehrlichkeit darüber, wohin diese Kette von Entscheidungen führt, wenn man sie jetzt nicht stoppt.